site-specificity

Daniel Buren appears to us to be correct when he says: “To believe that site specific work is indistinguishable from so-called “installations” which are at best a form of window-dressing, or again, to believe that it covers only works done on-site for a particular event, is to reduce its scope drastically”.

Buren continues, in his 1997 text “Like a Palimpsest or The Metamorphosis of an Image”: ”Today there are numerous artists who “install” their works on-site: it’s the fashionable thing to do. However, as I see it, there are few artists who make site specific works in the broader sense in which I understand the term – whether or not they use it themselves is neither here nor there.”

At Essays and Observations, we have also observed this widespread trend, and considering the relatively clear historical trajectory of the term’s evolution, we have decided to look at what its possible meanings could be.

It appears that a location-based understanding of site would be limiting, and would exclude many of the most pointed examples of work that has been seen or declared as site-specific. To replace the word “site” with “context” would appear to make all artworks that take note of the Duchampian message enter the category, and likewise make the term of limited or no-use. We have encountered many formulations, subdivisions and substitutions. But none seem to improve upon the original. Many site-specific positions appear to be anti-market orientated, and perhaps that is a place to start. But we have seen artists, museums, collectors, gallerists and curators going to extreme lengths to make some of these works marketable, and this implies a great deal not only about how the term ’site-specific’ has evolved, but also about the evolution of the use of other art-world descriptive terminology.

We have invited the artists Antonia Low, Lauren Brown and Rick Buckley to engage with discourses around site-specificity, from Douglas Crimp to Miwon Kwon, and they have each come up with responses that open up the question as to how this now almost meaningless term could most practically be used.

Daniel Buren scheint uns recht zu haben, wenn er sagt: “Zu glauben, site-spezifische Arbeiten seien nichts anderes als so genannte “Installationen”, die bestenfalls eine Form des Schaufensterdekorierens sind, oder aber zu glauben, es seien lediglich Arbeiten, die vor Ort aus einem speziellen Anlass geschaffen werden, heißt, deren Bandbreite drastisch zu reduzieren.”

In seinem Text “Wie ein Palimpsest oder die Metamorphose des Bildes” von 1997 fährt Buren fort: ”Heutzutage gibt es zahlreiche Künstler, die ihre Werke vor Ort “installieren“, da es so Mode ist. Doch wie ich es sehe, machen nur wenige Künstler site-spezifische Arbeiten in einem erweiterten Sinne, in dem ich den Begriff verstehe – ob sie ihn selbst verwenden oder nicht, spielt dabei keine Rolle.“

Auch wir von Essays and Observations konnten nicht umhin, diesen Trend zu bemerken und haben uns, angesichts der doch recht anschaulichen historischen Entwicklung des Begriffs, deshalb dazu entschlossen, einen genaueren Blick auf dessen mögliche Bedeutung zu werfen.

Einerseits erscheint uns ein allein auf den Begriff “Ort“ gerichtetes Verständnis von “site“ eine zu starke Einschränkung zu bedeuten, die viele der dezidiertesten Arbeiten zum Thema schlicht ausschließen würde. “Site” andererseits durch “Kontext” zu ersetzen würde alle Kunstwerke “Duchamp’scher Machart” in diese Kategorie überführen und den Begriff so aufgrund seiner enormen Ausweitung ebenfalls unbrauchbar machen. Nun existieren neben diesen beiden Begriffen noch zahlreiche andere Formulierungen, Unterteilungen und Entsprechungen für “site”. Doch keine schien uns eine Verbesserung gegenüber dem Original zu sein oder mehr Klarheit zu schaffen.

Eine Gemeinsamkeit vieler site-spezifischer Positionen ist ihre Ablehnung des Marktes – vielleicht der geeignetste Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung. Dass viele Künstler, Museen, Sammler, Galeristen und Kuratoren jedoch über die Zeit hinweg Enormes aufgeboten haben, um solche Positionen wieder markttauglich zu machen, hatte nicht nur für die Entwicklung des Begriffs “site-spezifisch” selbst, sondern auch für den Gebrauch anderer eigentlich rein-deskriptiver Begrifflichkeiten in der Kunstwelt erhebliche negative Folgen.

Wir haben die Künstler Antonia Low, Lauren Brown und Rick Buckley eingeladen, sich mit dem bestehenden Diskurs über “site-specificity” – von Douglas Crimp bis Miwon Kwon – auseinanderzusetzen. Ihre Arbeiten eröffnen allesamt die Diskussion, wie der mittlerweile beinahe nutzlos gewordene Begriff dennoch seine praktische Entsprechung finden könnte.

Post a comment.

You must be logged in to post a comment.